die Reise

Ich wollte schon immer Reisen. Es ist meine simpelstes und zeitaufwändigstes Hobby. Zwischen dem Leben und der Arbeit bleibt nicht viel Zeit übrig, also habe ich eine Entscheidung getroffen.

Ich habe die Entscheidung getroffen mir Zeit zu nehmen.

Die Vision

Einen Sabbatical zu nehmen wird mehr und mehr populär. Vielleicht kennst Du jemanden der bereits einen genommen hat, oder Du hast von Freunden gehört, oder du kennst einfach das Konzept. Vielleicht hast Du selber einen genommen. Oder Du möchtest online jemandem folgen der einen macht um am Abenteuer teil zu haben.

Im Grunde ist es ein Privileg sich eine Auszeit vom Job zu nehmen und einfach los zu ziehen. Man muss uabhängig sein, braucht den Mut es zu machen und das Geld um es sich leisten zu können. Sicher, ein Sabbatical ist nicht für jeden etwas – und trotzdem habe ich entschieden, dass es das Richtige für mich ist.

Die Parameter des Losziehens

Es war ein Hin- und Her die Entscheidung zu treffen und mit mir selbst einig zu werden. Ich habe nie hinterfragt warum ich es machen wollte. Für mich ging es immer um Kultur und Abenteuer. Um das losziehen und etwas erleben und um dann wieder zurück zu kommen und sich neu mit der Heimat verwurzeln zu können. Genau genommen fühlt es sich für mich nicht einmal wie ein Abenteuer an. Es ist auf eine komische Art beruhigend und bringt einen Frieden mit sich, den ich so noch nie gekannt habe.

Meine letztendlichen Faktoren dafür und dagegen waren immer Zeit und Geld.

Die Zeit zu bekommen hat einiges an Planung gekostet. Ich kann mich sehr Dankbar schätzen, dass mir meine Arbeitsstelle eine Pause ermöglicht und mich anschließend wieder zurück nimmt. Ich möchte wieder Heimkehren und mein Leben fortführen.

Auf der anderen Seite war Geld immer das größere Problem. Ich habe wirklich alles getan um so viel wie möglich anzusparen. Es hat mich einiges an Zurückhaltung und Einsatz gekostet, doch ich habe es geschaft. Ich habe genug zusammengespart um vielleicht nicht in Luxus zu leben, jedoch um zurecht zu kommen.

Wenn man eine Reise plant muss man seine eigenen Parameter finden. Es kostet Zeit um sich in Selbstreflexion zu üben und gibt einem gleichzeitig bedeutende Erkenntnisse.

Die Zahlen

Im Moment kann ich über Kosten und Kalkulation noch gar nicht viel sagen. Ich habe viel darüber nachgeacht. Jeder der mal eine längere Reise oder Urlaub gemacht hat kennt vermutlich das Budgetieren.

Zum Glück arbeite ich in einem Job in dem das Finanzielle durchaus wichtig ist. Mein Budget zu managen war am Ende gar nicht so schwer wie erst gedacht. Jedoch haben die Kalkulationen doch ganz schöne Nerven gekostet, doch mit genug Engagement ging es.

Ich habe mich noch nie so Sicher in meinen eigenen Finanzen gefühlt. Ich habe sicherlich nicht über meinem Budget gelebt aber gleichzeitig habe ich nie zu viel über Ersparnisse nachgedacht. Jetzt habe ich die Kontrolle und lebe mit dem was ich habe.

Die Zeit

Zeit war der andere Faktor für mich. Ich wünschte ich hätte ein Jahr, allerdings wäre dann das Budget angestiegen und genau genommen ist es mir doch ein wenig zu lang. Ich bin froh über die 6 Monate die ich zur Verfügung habe, denn so bin ich nicht zu lang von der Arbeit und Heimat weg.

Jeder hat seine eigene Vision was das Reisen angeht. Ich weiß was ich möchte. Ich möchte Musicals und Museen sehen, ich möchte in Wien meine Freunde besuchen, ein weiteres Buch schreiben und wenn der Winter kommt die Nordlichter sehen.

Und der Rest ist einfach das: der Rest.